terre des hommesOsnabrück (epo). - Im kürzlich entflammten Konflikt in der Region Cauca im Südosten Kolumbiens finden systematische Verletzungen des humanitären Völkerrechts statt. "Sowohl das kolumbianische Militär wie die FARC-Guerilla nehmen bei ihren Kampfhandlungen keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Das ist völkerrechtswidrig", sagte Andreas Rister, Kolumbien-Experte beim Kinderhilfswerk terre des hommes.

Die vor etwa zwei Wochen erneut ausgebrochenen Auseinandersetzungen sind nach Angaben von terre des hommes in den letzten Tagen heftiger geworden. Wie Partnerorganisationen von terre des hommes berichteten, bombardiere die kolumbianische Luftwaffe zivile indianische Gemeinden, während die Guerilla zu Bomben umgebaute Gasflaschen einsetze. Mehr als 3.500 Menschen seien aus dem mehrheitlich indianisch bewohnten Kriegsgebiet geflohen, vor allem Angehörige des Volkes der Paes.

Schätzungen zufolge sind rund 2.500 Kinder derzeit von den Auseinandersetzungen betroffen. "Es kommt zu willkürlichen Festnahmen, Kinder werden bei Militärkontrollen misshandelt oder zum Dienst an der Waffe gezwungen", beschreibt Andreas Rister die Situation vor Ort. Eine große Gefahr besonders für Kinder stellten auch die während der Kämpfe gelegten Minen und die zahlreichen Blindgänger dar. "Wir verurteilen die Angriffe gegen die Zivilbevölkerung", so Rister, "und fordern von der kolumbianischen Regierung, dem Militär und der FARC-Guerilla die Einhaltung des Kriegsvölkerrechts."

Weiterhin fordert terre des hommes die Bundesregierung auf, bei der kolumbianischen Regierung energisch auf die Umsetzung des humanitären Völkerrechts und die Einhaltung der bei den Geberkonferenzen in London und Cartagena eingegangenen Verpflichtungen zu drängen.

Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes unterstützt seit mehr als 20 Jahren die Bemühungen der indigenen Völker in Cauca um Frieden. Hoffnungsvolle Ansätze - wie die Einrichtung von Friedensgemeinden ohne Militärpräsenz - werden jedoch immer wieder durch die Bürgerkriegsparteien bedroht oder zerstört.

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