careBonn. - Vor dem Treffen der G7-Umweltminister im kanadischen Halifax (19. bis 21. September) hat die internationale Hilfsorganisation CARE einen Bericht vorgelegt, der untersucht, wie die G7-Staaten ärmere Länder bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Besonders kritisch beleuchtet der CARE-Bericht, dass die Beteiligung und Förderung von Frauen und Mädchen bei Anpassungsmaßnahmen unzureichend umgesetzt wird.

"Die Abschlusserklärungen von G7-Gipfeln lesen sich häufig ambitioniert. Wir haben nun genauer hingeschaut und für den Zeitraum von 2013 bis 2016 analysiert, welche Finanzierungen tatsächlich bereitgestellt wurden, um arme Länder bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen", erklärte Sven Harmeling, der Autor des Berichtes. "Dabei wird klar: Es bleibt einiges zu tun, um die internationalen Vereinbarungen bis 2020 noch zu erreichen. Anpassung kann und darf dabei keine Schablone sein. Für jeden Kontext ist es essentiell, die Rollen der Geschlechter zu kennen und Gleichberechtigung zum Ziel zu haben. Denn ohne die Beteiligung von Frauen und Mädchen hat kein Entwicklungsfortschritt dauerhaft Bestand."

Der Bericht "Punching Below Their Weight" zeigt, dass die Europäische Union (EU), Japan und Deutschland in absoluten Zahlen die größten Geldgeber im Bereich Klimaanpassung sind, mit jeweils über zwei Milliarden US-Dollar. Die USA (74% der berichteten Finanzierungen), Kanada (71%) und Deutschland (61%) zeigten zwischen 2013 und 2016 die höchste Berücksichtigung von Geschlechtergerechtigkeit in ihren Finanzierungszusagen für Anpassung. Japan (29%) und Frankreich (24%) waren Schlusslichter.

Einen stetigen Zuwachs in den Finanzierungen zeigen Kanada und die EU. Die USA erhöhten ihre Beiträge 2016. Dieser Trend werde aber durch den Regierungswechsel in Washington und den Rückzug aus dem Pariser Abkommen zurückgenommen werden – mit dramatischen Folgen für die Ärmsten der Armen, so CARE.

Die absoluten Zahlen der Finanzierung von Klimaanpassung müssen laut CARE mit Vorsicht behandelt werden, da es unterschiedliche Berichtspraktiken der Geberländer gibt und die Vergleichbarkeit der Kriterien nicht immer gewährleistet ist.

Das Ministertreffen in Halifax fokussiert sich thematisch auf den Klimawandel, die Ozeane und saubere Energie. Besondere öffentliche Aufmerksamkeit bekommt dabei das Thema Plastikmüll in den Weltmeeren. CARE lobt ausdrücklich die Fortschritte, die auch dank Druck von Umweltorganisationen in diesem Bereich gemacht würden. Gleichzeitig mahnte die Hilfsorganisation an, den Themenkomplex Klimaanpassung nicht sekundär zu behandeln. Er sei eines der zentralen Gerechtigkeitsthemen unserer Zeit, schließlich hätten viele ärmere Weltregionen inzwischen keine Alternative mehr dazu, sich den veränderten und gefährlicheren Klimabedingungen anzupassen.

Dabei schätzt CARE, dass die derzeitigen Finanzierungszusagen von neun Milliarden US-Dollar (2016) bis 2020 verdreifacht werden müssten, um einen angemessenen Anteil an dem Gesamtversprechen der Industrieländer zu erreichen, bis 2020 100 Milliarden US-Dollar jährlich für Klimamaßnahmen in Entwicklungsländern bereitzustellen.

Der Bericht "Punching Below Their Weight: Monitoring the G7 support for adaptation and gender equality” wurde auf der Basis von Datenmaterial der OECD verfasst. Die G7 Staaten berichten der OECD über ihre bi- und multilateralen Finanzierungen für Entwicklungsländer. Daten von 16.000 Projekten wurden hierfür untersucht, so CARE.

Quelle: www.care.de 


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