cbmBensheim. - Schon in Deutschland sind die Herausforderungen von Homeschooling in Corona-Zeiten enorm. In Entwicklungsländern aber haben unzählige Kinder überhaupt keine Möglichkeit mehr zu lernen, seitdem die Schulen dort geschlossen sind. Doch für Kinder aus armen Familien bedeutet das nicht nur Unterrichtsausfall, sondern auch Hunger, berichtet die Christoffel-Blindenmission (CBM). Denn für viele ist die Schulspeisung die einzige Mahlzeit am Tag.

Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler der von der CBM geförderten German Church School in Äthiopien. Die Schule speziell für Kinder aus sehr armen Familien und Kinder mit Behinderungen gibt daher in der Corona-Krise neben Arbeitsblättern und Hausaufgaben regelmäßig Lebensmittel aus. "Für viele arme Menschen und vor allem für Menschen mit Behinderungen ist nicht nur das Coronavirus eine Gefahr", erklärte CBM-Vorstand Rainer Brockhaus. "Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben gravierende Folgen für sie. Darauf reagiert die CBM mit ihren Partnern."

Der Corona-bedingte Unterrichtsausfall wird in vielen Ländern über Bildungsprogramme im Radio und im Fernsehen aufgefangen. In Äthiopien allerdings hat noch nicht einmal die Hälfte aller Familien ein Radio, geschweige denn einen Computer oder Zugang zum Internet. So wie die Familie der 12-jährigen Dagmawi, Schülerin der German Church School in Addis Abeba. Doch viel gravierender als der Unterrichtsausfall ist für sie der Wegfall der Schulspeisung. Bis vor kurzem hielt ihr Vater die fünfköpfige Familie mühsam als Schuhflicker über Wasser. Mit den Ausgangsbeschränkungen bleiben jetzt die Kunden aus.

"Manchmal kann ich nichts anderes tun, als einfach nur dasitzen und mir Gedanken zu machen, was ich meinen Kindern abends zu essen geben soll", berichtet der Mann. Um Familien wie diese zu unterstützen, verteilen die Mitarbeiter der German Church School nun regelmäßig im Schulhof Grundnahrungsmittel wie Mehl und Speiseöl. Damit die Kinder auch weiterhin lernen können, bekommen sie Hausaufgaben. Manche erhalten den Lernstoff über ihr Smartphone. Für diejenigen, die keinen Zugang zum Internet haben, geben die Lehrer den Eltern mit dem Essenspaket Arbeitsblätter auf den Weg.

Auch Dagmawi profitiert davon. Regelmäßig rufen die Lehrer sie an, fragen wie es ihr geht und wie sie mit den Hausaufgaben zurecht kommt. Das Mädchen freut sich jedes Mal sehr, wenn es mit seinen Lehrern spricht. Not macht aber auch erfinderisch: Damit nämlich die Schülerinnen und Schüler mit Sehbehinderungen nicht auf Lernstoff verzichten müssen, stellen die Lehrkräfte ihnen Texte in Brailleschrift und Audiomaterial als CD zur Verfügung. Kinder mit Körperbehinderungen, die vorher Physiotherapie in der Schule bekamen, erhalten ebenfalls Übungen auf CD. Das hilft ihnen, ihre motorischen Fähigkeiten zu trainieren.

Die CBM und ihre Projektpartner reagieren mit vielen neuen und kreativen Ansätzen auf die Krise. Um noch mehr Menschen zu helfen, hat die CBM zudem einen speziellen Corona-Hilfsfonds aufgesetzt. Damit finanziert die CBM unter anderem die Verteilung von Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Aufklärungskampagnen. Für blinde und gehörlose Menschen werden die Informationen zum Virus in Brailleschrift und Gebärdensprache übersetzt – damit im Kampf gegen Corona niemand zurückbleibt.

Quelle: www.cbm.de 


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