bmz Addis Abeba. - Im Rahmen seiner Afrikareise hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba Premierminister Abiy Ahmed getroffen, um eine Vertiefung der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zu vereinbaren. In den wenigen Monaten seit seiner Wahl im April 2018 habe Premier Abiy grundlegende Reformen in der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik angestoßen, lobte Müller.

"Äthiopien ist ein Land im Aufbruch: mit dem Friedensschluss vor wenigen Monaten haben Äthiopien und Eritrea Historisches geleistet", sagte Entwicklungsminister Müller. "Gleichzeitig legt Premierminister Abiy Ahmed ein beeindruckendes Reformtempo vor. Seit meinem letzten Besuch 2017 haben bislang kaum für möglich gehaltene Veränderungen stattgefunden: der Ausnahmezustand wurde aufgehoben, tausende politische Gefangene wurden freigelassen. Außerdem sollen Staatsbetriebe für ausländische Investoren geöffnet werden. Um diese Reformdynamik weiter zu unterstützen, streben wir an, unsere Zusammenarbeit hin zu einer Reformpartnerschaft zu vertiefen."

Müller kündigte an, das deutsche Entwicklungsministerium (BMZ) werde noch in diesem Jahr in Äthiopien die Sonderinitiative "Ausbildung und Beschäftigung" starten. Jedes Jahr kämen zwei Millionen junge Menschen neu auf den äthiopischen Arbeitsmarkt. Afrikaweit seien es rund 20 Millionen Menschen. "Genau da setzen wir an: Die jungen Leute brauchen Ausbildung und Jobs – deswegen führen wir gemeinsam mit Äthiopien ein Berufsbildungssystem nach deutschem Vorbild ein und setzen Anreize für private Investitionen", so Müller.

Jetzt sei auch die deutsche Wirtschaft gefragt, die neuen Investitionschancen zu nutzen, erklärte der Entwicklungsminister. Auch die Maßnahmen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit würden auf den Reformkurs und insbesondere für Investitionen in den Aufbau der beruflichen Bildung neu ausgerichtet.

Auf äthiopischen Wunsch entsteht derzeit mit Unterstützung des BMZ ein praxisnahes System der beruflichen Bildung mit betrieblicher Ausbildung. Schon 200 Unternehmen haben laut Müller eine solche Ausbildung bis hin zum Meisterabschluss umgesetzt. Bislang seien 350.000 Berufsschüler erreicht, 8.200 Lehrer ausgebildet und 58 Berufsschulen besser ausgestattet worden. Zudem unterstütze das BMZ Äthiopien in der sich gerade etablierenden Textil- und Bekleidungsindustrie, damit Sozial- und Umweltstandards von Anfang an mitgedacht und eingehalten würden.

Auch im Kampf gegen den Hunger sei Deutschland ein starker Partner. "Der Klimawandel beraubt Millionen von Äthiopiern ihrer Existenz. Deswegen werden wir verstärkt in klimaangepasste Produktionsmethoden in der Landwirtschaft investieren", kündigte Minister Müller an.

Beim Besuch in der Gambella Region, in der zurzeit über 600.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan leben, sagte Müller zudem weitere Unterstützung zu, insbesondere zur Verbesserung der Wasserversorgung.

Fast 80 Prozent der Menschen in Äthiopien leben von der Landwirtschaft. Obwohl die Voraussetzungen gegeben sind, um Nahrung für alle anzubauen, war die Versorgung mit Lebensmitteln im ländlichen Raum lange Zeit mangelhaft. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat daher 1,4 Millionen Bauern mit innovativer Bewässerung und verbesserten Anbaumethoden von Weizen und Ackerbohnen unterstützt. Mit dem Grünen Innovationszentrum seien bereits 90.000 Bauern in modernen Anbaumethoden und dem Einsatz kleiner Landmaschinen geschult worden, so das BMZ. Die Produktivität habe zudem auf einer halben Million Hektar Nutzfläche durch Rehabilitierungsmaßnahmen um 40 Prozent gesteigert werden können.

Quelle: www.bmz.de 


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