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Foto: Mutabar TadjibaevaBerlin (epo.de). - Mutabar Tadjibaeva hat am Donnerstag in Genf den Martin Ennals Preis für Menschenrechtsverteidiger (MEA) 2008 erhalten. Die Auszeichnung wird von den zehn wichtigsten Menschenrechtsorganisationen verliehen und gilt als bedeutendster Preis dieser Art. Die usbekische Menschenrechtlerin wurde erst am 2. Juni aus dem Gefängnis entlassen. Aufgrund ihrer offenen Kritik an der Haltung der Regierung angesichts des Massakers von Andijan im Jahr 2005, bei dem Hunderte unbewaffneter Zivilisten getötet oder verletzt wurden, verurteilte man sie im März 2006 zu acht Jahren Gefängnis, berichteten die Organisatoren am Donnerstag in Genf. Für die Entgegennahme des Preises dürfe Tadjibaeva erstmals ins Ausland reisen. Mutabar Tadjibaeva ist die Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation "Fiery Hearts Club", die ihren Sitz in Ferghana, Usbekistan hat. Außerdem ist sie Mitgründerin der nationalen zivilgesellschaftlichen Bewegung und wurde 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert. Nach Angaben der Menschenrechtsstiftung Front Line war Tadjibaeva als Beobachterin von Menschenrechtsverletzungen, insbesondere gegen Frauen, im Ferghana Tal tätig und hat dem Institute for War and Peace Reporting (IWPR) Bericht erstattet. Beispielsweise verfolgte sie Gerichtsprozesse in Usbekistan und sorgte dafür, dass aufgedeckte Missstände öffentlich gemacht wurden, so die Martin Ennals Stiftung.

Im Rahmen einer internationalen Zeremonie soll der Preis von der Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen überreicht werden, berichteten die Veranstalter. Die Zeremonie werde zusammen mit der Stadt Genf organisiert die auf diese Weise an den 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erinnern möchte.

Uzbekistan werde sich im nächsten Monat dem Überprüfungsverfahrens des UN-Menschenrechtsrates stellen, so MEA. In diesem Kontext lenke der Vorsitzende der Jury des MEA, Hans Thoolen, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die dramatische Vergangenheit und Gegenwart dieses Landes und ermutige Usbekistan, mit den Reformen fortzufahren und alle noch inhaftierten Menschenrechtsverteidiger frei zu lassen.

Die Zusammenarbeit von zehn der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen macht den MEA zum Preis der gesamten Menschenrechtsbewegung. Die Jury setzt sich aus folgenden Nichtregierungsorganisationen zusammen: Amnesty International, Human Rights Watch, Human Rights First, International Federation for Human Rights, Weltorganisation gegen Folter (OMCT), International Commission of Jurists, Deutsches Diakonisches WerkInternational Service for Human Rights, Frontline und HURIDOCS.

Frühere Preisträger: Rajan Hoole-Kopalasingham Sritharan, Sri Lanka und Pierre Claver Mbonimpa, Burundi (2007); Akbar Ganji, Iran und Arnold Tsunga, Zimbabwe; Aktham Naisse, Syrien; Lida Yusupova, Russland; Alirio Uribe Muñoz, Colombien; Jacqueline Moudeina, Tschad; Peace Brigades International; Immaculée Birhaheka, Demokratische Republik Kongo; Natasa Kandic, Jugoslawien; Eyad El Sarraj, Palästina; Samuel Ruiz García, Mexiko; Clement Nwankwo, Nigeria; Asma Jahangir, Pakistan; Harry Wu, China (1994).

Foto: Mutabar Tadjibaeva © Fondation Martin Ennals

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