misereorBerlin. - Salah Ahmad, Gründer und Leiter der Jiyan Foundation und langjähriger Partner von MISEREOR, ist von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) das Bundesverdienstkreuz überreicht worden. In seiner Laudatio würdigte Müller Salah Ahmad für seine Verdienste im Einsatz gegen das große Leid der syrischen und irakischen Flüchtlinge im kurdischen Autonomiegebiet des Irak.

Salah Ahmad hatte 2005 im nordirakischen Kirkuk das erste Zentrum für Traumatherapie als "Kirkuk Center for Torture Victims" gegründet. Mittlerweile gibt es acht Zentren im Norden Iraks, die er als Leiter betreut. In diesen Zentren der mittlerweile in "Jiyan Foundation for Human Rights" umbenannten Organisation werden traumatisierte Flüchtlinge und Menschen behandelt, die Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibungen geworden sind und somit schreckliche Gräueltaten erleben mussten. In Deutschland kooperiert die "Jiyan Foundation" eng mit dem Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin.

"Durch den Einsatz für die Menschenrechte und die professionelle psychologische Hilfe Ihrer Mitarbeiter und Ihnen haben Sie Tausenden Menschen geholfen, einen Weg zurück in ein Leben zu finden, das nicht ausschließlich beherrscht wird von den Erinnerungen an Folter, Gewalt und Demütigungen", sagte Minister Müller in seiner Laudatio. Müller hatte im vergangenen Jahr die Gelegenheit, sich die Arbeit der Jiyan Foundation und den großen Bedarf an psychologischer Hilfe für die Flüchtlinge bei einem Besuch in Erbil mit eigenen Augen anzuschauen.

MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon gratulierte Salah Ahmad herzlich zu der besonderen Auszeichnung. "Wir sind froh, einen Partner an unserer Seite zu wissen, mit dem wir langfristig den Menschen aus Syrien und dem Irak helfen können, unaussprechliches Leid zu verarbeiten", so Bröckelmann-Simon. Aber nicht nur die psychologische Hilfe sei wichtig. Salah Ahmad und seine Mitarbeiter hätten auch immer wieder spontan Nothilfe geleistet und mit der Unterstützung von MISEREOR Flüchtlingen Schutz, Unterkunft und Lebensmittel geboten, als die Not am Größten war. Im Dezember hatten MISEREOR und die Jiyan Foundation z.B. damit begonnen, Tausende jesidische Familien, die vor den IS-Milizen ins Sinjar-Gebirge geflüchtet waren, mit Lebensmitteln, Hygieneartikel und Decken zu versorgen.

Salah Ahmad, der selber als Flüchtling in den 80er Jahren nach Deutschland gekommen war und in Berlin Psychologie studiert hat, kündigte bei der Verleihung an, speziell die traumatherapeutische Arbeit für Frauen und Mädchen zu intensivieren. "Nach den Massenentführungen, Folter- und Vergewaltigungserlebnissen durch die brutalen Kämpfer der IS müssen wir den Frauen und Mädchen ganz besondere Hilfe zukommen lassen, um überleben zu können", so Ahmad. Er hoffe, dass dem großen Bedarf an Psychotherapeuten im Irak auch durch spezielle Ausbildungsangebote in Deutschland besser begegnet werden könne.

Quelle: Medienmitteilung www.misereor.de 


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