amerika 21Taquaruçu do Norte. -  Bei einem Massaker an Kleinbauern sind im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso am vergangenen Donnerstag mindestens acht Menschen ermordet worden. Die meisten von ihnen sollen in ihren selbstgebauten Hütten hingerichtet worden sein, berichtete amerika21.am Montag.

Zu den Opfern gehören nach Angaben von amerika21 auch Kinder und Jugendliche. Daneben soll es etliche Verletzte und auch Vermisste geben, wie die Katholische Landpastorale, Commissão Pastoral da Terra (CPT), unter Berufung auf Zeugen bekannt gab. Die CPT spricht gar von zehn Toten.Laut ersten Informationen der Polizei drangen Vermummte in die Siedlung namens Taquaruçu do Norte ein und schossen auf die Menschen vor Ort. Das Massaker ereignete sich im Landkreis Colniza an der Grenze zum Bundesstaat Amazonas, rund 1.00 Kilometer von der Hauptstadt Cuiabá entfernt.

Die Militärpolizei (PM) aus der 100 Kilometer entfernten Stadt Guariba habe am Nachmittag begonnen, Spuren am Tatort aufzunehmen.Noch immer seien Personen verschwunden, so der für die Region zuständige Koordinator der CPT, Cristiano Cabral. "Wir wissen nicht, ob sie ermordet wurden oder sich verstecken". Zudem hätten "die Personen eine riesige Angst, Informationen zu geben.

Sie wissen nicht, inwieweit die Polizei darin verwickelt ist. Falls ja, wozu sollten sie dann Anzeige stellen?", so Cabral gegenüber dem Nachrichtendienst Agência Nacional. Ferner konnten  Informationen über weitere Opfer oder das Motiv der Täter aufgrund prekärer Telefonverbindungen und des schwierigen Zugangs zum Gebiet bisher nicht bestätigt werden. Dem Bericht der CPT zufolge ist die Region seit Jahren Schauplatz von teilweise tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Landlosen und Großgrundbesitzern. Zuletzt war es 2015 zu Übergriffen auf landlose Kleinbauern gekommen. Im Zuge dessen hatten polizeiliche Ermittlungen ergeben, dass die Verwalter von Fazendas in der Region ein Netz schwer bewaffneter Auftragsmörder unterhielten und diese für die Übergriffe verantwortlich sind, so amerika21. Ziel sei es, die Kleinbauern von dem Land zu vertreiben. In dem Zusammenhang sind auch jetzt wieder die Pflanzungen der Bauern zerstört worden. Die Großgrundbesitzer sollen zudem mit einer Organisation kooperieren, die in der Region illegale Holzwirtschaft betreibt.

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Quelle: amerika21.de/


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