venro 200Berlin. - Anlässlich der G20-Afrikakonferenz in Berlin hat VENRO am Montag von der Bundesregierung und der G20 gefordert, den Kampf gegen die Hungersnot und die humanitäre Krise in Afrika mit mehr Geld zu unterstützen. Notwendig sei darüber hinaus ein Politikwechsel mit gerechteren Wirtschaftsbeziehungen zu Afrika und ein Stopp von Waffenlieferungen in Krisenregionen.

"Der Einsatz der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen die Hungersnot ist halbherzig. Bislang haben die UN-Mitgliedstaaten lediglich 1,8 Milliarden US-Dollar bereitgestellt, das ist nur ein Drittel der benötigten Mittel. Gerade Deutschland und die anderen G20-Länder dürfen sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen: Die G20 müssen die finanziellen Mittel für Humanitäre Hilfe massiv aufstocken und ihre Zusagen an die UN und an andere Hilfsorganisationen einhalten", betonte Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO.

Wichtig ist zudem, dass Bundesregierung und G20 gemeinsam mit den Vereinten Nationen einen Finanzierungsmechanismus zur Vermeidung von Hungerkatastrophen einrichten und diesen dauerhaft mit mindestens 10 Milliarden US-Dollar ausstatten, heißt es in einer VENRO-Stellungnahme (Download). Im Südsudan, dem Jemen, Somalia und Nigeria gibt es seit Monaten eine der schlimmsten Hungersnöte und größten humanitären Krisen der vergangenen Jahrzehnte. Etwa 20 Millionen Menschen sind akut vom Verhungern bedroht, davon 1,4 Millionen Kinder.

Die G20 steht auch nach erfolgter Krisenbewältigung in der Verantwortung - schließlich tragen sie massiv zum Klimawandel bei, der in vielen Ländern Afrikas Dürren verstärkt. „Wer allen Menschen in Afrika auf Dauer ein menschenwürdiges Leben ermöglichen will, muss unsere Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Afrika gerechter gestalten. Ebenso muss die Bundesregierung durch ihre Agrar- und Klimapolitik dazu beitragen, dass dort die Ernährungsgrundlagen der ländlichen Bevölkerung erhalten bleiben und eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert wird.“

Die aktuelle Hungersnot hat ihre Ursache auch in den vor Ort herrschenden Kriegen und bewaffneten Konflikten. "Wir erwarten, dass die Bundesregierung und die G20 umgehend alle Waffenlieferungen in Konfliktregionen stoppen, insbesondere in die von der Hungerkrise betroffenen Staaten. Die Waffenlieferungen verstetigen die Konflikte, dadurch werden Menschen getötet oder in die Flucht, in schlimmere Armut und Hunger getrieben."

Quelle: /venro.org


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