amerika 21Berlin. - Der Menschenrechtsbeauftragte in Venezuela, Tarek William Saab, hat im Zuge der Anti-Regierungsproteste gegen die linksgerichtete Regierung von Präsident Nicolás Maduro einen massiven Anstieg von Hassverbrechen beklagt, berichtete amerika21 am Montag.

Saab veröffentlichte in diesem Zusammenhang ein Video, in dem zu sehen ist, wie vor wenigen Tagen eine Gruppe regierungskritischer Demonstranten in einem Einkaufszentrum in der Hauptstadt Caracas eine Frau beschimpfen und angreifen. Das Opfer kann sich vor dem Mob in letzter Minute in Sicherheit bringen. Augenzeugen zufolge verwechselten oppositionelle Demonstranten das Opfer mit der Ehefrau des Direktors des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders TVes.

"Die Justiz hat es nun in den Händen, dieses verwerfliche Phänomen zu bekämpfen", so Saab zu der Zunahme von willkürlichen Übergriffen durch aufgeputschte Menschenmengen bei Protesten der Opposition. Würden die Lynchmobs nicht aufgehalten, könne die Lage eskalieren und in einem Bürgerkrieg enden, fügte Saab an, der selbst Mitglied der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV) ist.

In Venezuela laufen seit Anfang April Proteste der Opposition gegen die Regierung Maduros, in deren Verlauf bislang 70 Menschen getötet und mehr als 1.300 verletzt wurden. Im Mai sorgte ein besonders krasser Fall eines Lynchmordes für Aufsehen. Dabei wurde ein 22-Jähriger von Oppositionsdemonstranten mit Benzin angezündet und lebendig verbrannt. Oppositionelle bezeichneten das Opfer, laut amerika21 später als gewöhnlichen Dieb und wiesen ihre Verantwortung für den Mord zurück.

Das oppositionelle Bündnis Tisch der demokratischen Einheit (MUD) kündigte für diese Woche indes neue  Proteste an. Die Aktionen von Montag bis Mittwoch sollten unter anderem die Forderung unterstützen, die amtierende Regierung abzusetzen.

Quelle: amerika21.de


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