wvFriedrichsdorf. - Die Flutkatastrophe in Südasien trifft nach Angaben der Hilfsorganisation World Vision vor allem die ärmsten Teile der Bevölkerung. In den ländlichen Gebieten Indiens, Bangladeschs und Nepals seien hunderte Dörfer völlig zerstört. Bislang sind in der Region über 1.900 Menschen ums Leben gekommen. World Vision hat am Freitag umfangreiche Hilfsmaßnahmen gestartet und in Deutschland zu Spenden aufgerufen.

Annila Harris, Sprecherin des Katastrophenhilfe-Einsatzes von World Vision, sagte zu den Schäden: "Wir sehen Menschen, die im Freien schlafen, auf der nassen Erde, und die nichts mehr haben. Darunter sind auch viele Kinder."

In Indien und Bangladesch wurden jeweils über 600.000 Unterkünfte zerstört. In Nepal sind es bislang 65.000. Ein weiteres Problem sind die Ernteausfälle durch die Überschwemmungen. Allein in den drei besonders stark betroffenen Bundesstaaten in Indien (Bihar, Westbengalen und Assam) haben die Fluten über 500.000 Hektar Ackerfläche vernichtet. World Vision arbeitet zusammen mit indischen Behörden an der Versorgung der Opfer in dafür eingerichteten Stationen. Kleinbauern werden mit neuem Saatgut und bei der Wiederherstellung der Ackerflächen unterstützt.

In Nepal wurden 20.000 Brunnen unbrauchbar. Das Wasser ist so stark verschmutzt, dass die Brunnen vorerst nicht mehr als Trinkwasserquellen genutzt werden können. World Vision arbeitet mit der Bevölkerung daran, diese Brunnen umgehend zu säubern.

World Vision ist in allen drei Ländern im Einsatz und verteilt Nahrung, Wasser und Hygieneartikel an zehntausende Menschen. Unter den Hilfsgütern sind auch dicke Folien, mit denen obdachlos gewordene Flutopfer zumindest behelfsmäßige Unterkünfte bauen können.

Der Monsunregen in der Region hatte in diesem Jahr deutlich früher eingesetzt und hatte andauernde, starke Regenfälle gebracht. Während sich in den größeren Städten der Region die Schäden noch im üblichen Rahmen bewegen, wird die ländliche Bevölkerung von den Überschwemmungen besonders stark getroffen. Annila Harris: "Die Menschen hier, wie auch in Bangladesch und Nepal, haben einfach nicht die Mittel, stabilere Häuser zu bauen. Es leiden, wie so oft bei Naturkatastrophen, die Ärmsten."

Quelle: worldvision.de


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