uno fluechtlingshilfeBonn. - Die Zahl der Rohingya, die seit Ende August aus Myanmar nach Bangladesch geflohen sind, hat sich auf etwa 582.000 erhöht. Die UNO-Flüchtlingshilfe ist sehr besorgt über die humanitäre Situation der Flüchtlinge. Am 23. Oktober findet in Genf eine Geberkonferenz statt, die 370 Millionen Euro für die Rohingya und die sie aufnehmenden Gemeinden sammeln soll.

Allein seit Sonntagabend (15. Oktober) überquerten ungefähr 15.000 Flüchtlinge die Grenze von Myanmar nach Bangladesch. Die Tragödie der Rohingya sei derzeit die schnellst wachsende Flüchtlingskrise weltweit, warnt die UNO-Flüchtlingshilfe.

Die Neuankömmlinge halten sich in den Feldern nahe der Grenzstation Anjuman Para im Südosten des Landes auf. Sie warten auf die Erlaubnis, das Grenzgebiet verlassen zu dürfen, von wo aus jede Nacht Gewehrschüsse aus Myanmar zu hören sind. Die Flüchtlinge berichten, dass sie trotz wiederholter Drohungen, getötet zu werden, zunächst in ihren Ortschaften im Bundesstaat Rakhine im Norden Myanmars ausgeharrt haben. Erst als ihre Dörfer in Brand gesteckt wurden, flüchteten sie. Etwa eine Woche seien sie unterwegs gewesen, bevor sie die Grenze nach Bangladesch erreicht haben.

"Wir sind sehr besorgt über die humanitäre Lage der Flüchtlinge, die jetzt an der Grenze festsitzen", so der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer. "Es wird umgehend Hilfe benötigt, denn die Menschen sind am Ende ihrer Kräfte. Darum rufen wir dringend zu Spenden für die Rohingya-Nothilfe auf." Der UNHCR und seine Partner versorgen die gestrandeten Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Wasser. Unter den Geflüchteten sind Kinder, Frauen und ältere Menschen, die nach der langen Flucht dehydriert und ausgehungert sind. 

Aufgrund des immensen Hilfsbedarfs und fehlender Gelder findet am 23. Oktober in Genf eine Geberkonferenz statt. Sie wird vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), vom Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) und von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) organsiert und darüber hinaus von der Europäischen Union und Kuwait unterstützt. Ziel der Konferenz ist es, 370 Millionen Euro für lebensrettende Maßnahmen zu sammeln, die sowohl den Rohingya als auch den aufnehmenden Gemeinden zugutekommen. Insgesamt 1,2 Millionen Menschen sollen in den kommenden Krisenmonaten von dieser Hilfe profitieren.


Quelle: www.uno-fluechtlingshilfe.de 


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