CaritasFreiburg (epo). - Die jüngsten Anschläge auf Hilfsorganisationen in Afghanistan sind aus Sicht von Caritas international ein dramatisches Zeichen dafür, dass die internationale Staatengemeinschaft ihre Anstrengungen zur Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Kräfte deutlich verstärken muss. "Ich befürchte, dass sich die Situation in der gesamten Region entscheidend verschlechtern wird, wenn wir die Menschen weiter allein lassen", sagte Afghanistan-Experte Thorsten Hinz von Caritas international. "Afghanistan ist kurz davor zu kippen."

Eine reguläre Arbeit von Caritas international in Afghanistan ist nach Darstellung der Hilfsorganisation bereits jetzt nicht mehr möglich. Caritas-Mitarbeiter im Kabuler Büro haben seit vergangener Woche Anweisung, ihre Unterkünfte nicht mehr zu verlassen. "Wir werden alles Menschenmögliche tun, um der Not leidenden Bevölkerung in Afghanistan weiter beizustehen, befürchten jedoch, dass die Sicherheitslage in Afghanistan uns sehr bald dazu zwingt, unsere Mitarbeiter abzuziehen", erklärte Hinz.

Im Kabuler Büro von Caritas international sind vier deutsche und 13 afghanische Mitarbeiter beschäftigt. In den zurückliegenden zwei Jahren waren insgesamt zehn Entwicklungshelfer von Caritas-Partnerorganisationen bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Caritas international fördert in Afghanistan zahlreiche Projekte lokaler Partner. Schwerpunkte der Arbeit sind die Nothilfe in Dürregebieten des zentralen Hochlandes, der Wiederaufbau von Trinkwasserleitungen und Straßen, die psycho-soziale Behandlung von Kriegstraumatisierten sowie ein Projekt für Schwangere und junge Mütter.

? Caritas international


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