Wirtschaft

AttacBerlin (epo). -  Nach dem G8 Gipfel in Gleneagles mobilisiert das globalisierungskritische Netzwerk "Attac" seine Mitglieder für einen gerechten Welthandel. Die Attac-AG Welthandel hat zu einer Gegenveranstaltung während des Treffens des Allgemeinen Rates der Welthandelsorganisation WTO in Genf Ende Juli aufgerufen. Ende September soll in Stuttgart eine Konferenz über die Auswirkungen des Freihandelsregimes und die laufende Verhandlungsrunde der Welthandelsorganisation WTO stattfinden. Mit den Veranstaltungen soll die 6. Ministerkonferenz der WTO beeinflusst werden, die vom 13. bis 18. Dezember in Hongkong stattfindet.

G8 GleneaglesGleneagles (epo). - In Gleneagles (Schottland) haben die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands ihre Beratungen auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsgipfel begonnen. Neben globalen Wirtschaftsfragen stehen Entwicklungshilfe und Klimawandel auf der Tagesordnung. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte zum Auftakt die Bereitstellung von jährlich einer Milliarde Euro zur Förderung der Handelstätigkeit der Entwicklungsländer an. Die Afrikanische Union (AU) erhofft sich von dem Gipfel vor allem Fortschritte bei der Öffnung der westlichen Agrarmärkte. Der Abbau der Agrarsubventionen und die Aufstockung der Entwicklungshilfe könnten für die armen Länder aber mit einem Pferdefuß verbunden sein.

CBMBensheim (epo). - Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat Medienberichten widersprochen, denen zufolge mit einer Vorstufe von Vitamin A gentechnisch angereicherter Reis ("Golden Rice") zur Verhütung von Kinderblindheit beitragen könne. Die bisherigen Ergebnisse liessen noch zu viele Fragen offen, erklärte der Direktor der Christoffel-Blindenmission, Martin Georgi. Die durch die Berichte verbreitete Euphorie könne man bei der CBM, der weltweit größten Fachorganisation auf dem Gebiet der Blindheitsheilung und -verhütung, nicht nachvollziehen.

WFPGleneagles (epo). - Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (World Food Programme, WFP) hat die in Gleneagles versammelten Staats- und Regierungschefs der acht reichsten Industrienationen (G8) daran erinnert, dass Hunger weltweit die häufigste unnatürliche Todesursache ist und mehr Menschen als AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen genommen tötet. Zwar gebe es bescheidene Fortschritte, so das WFP, aber die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt wachse immer weiter. So wie die Dinge heute stünden, werde das UN Millenniums-Entwicklungsziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, nicht erreicht werden können.

Bundeskanzler Gerhard Schr?derGleneagles (epo). - Bundeskanzler Gerhard Schröder will sich beim jährlichen Wirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industrieländer (G8) für einen vollständigen Schuldenerlass für die hochverschuldeten ärmsten Entwicklungsländer (HIPC) einsetzen. Dies würde eine zusätzliche Entlastung dieser Länder um insgesamt rund 56 Milliarden US-Dollar bedeuten, teilte das Bundespresseamt in Berlin mit. Der Schuldenerlass solle es den Entwicklungsländern ermöglichen, langfristig in Bildung und in die soziale Infrastruktur zu investieren.

EEDBonn (epo). - Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, sich beim G8 Gipfel für eine Nachbesserung der Vorschläge zum Schuldenerlass einzusetzen. Statt an die Armutsbekämpfung seien die Kriterien zur Entschuldung an die Bereitschaft der Entwicklungsländer zur Öffnung ihrer Märkte geknüpft, kritisierte der EED.

DWHHBonn (epo). - Die Deutsche Welthungerhilfe (DWHH) hat im Vorfeld des G8-Gipfels in Gleneagles (Schottland) vor überzogenen Erwartungen bezüglich der Wirkung des geplanten Schuldenerlasses gewarnt. "Das ist kein Allheilmittel", sagte der Generalsekretär der Hilfsorganisation, Hans-Joachim Preuß, in Bonn. Die Organisation begrüße den Erlass als Weg aus der Schuldenfalle, er müsse jedoch mit klaren Bedingungen und Kontrolle verknüpft sein.

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