World Desaster Report 2005Genf (epo). - Vor allem infolge des Tsunamis im Indischen Ozean sind im vergangenen Jahr rund 250.000 Menschen Opfer von Naturkatastrophen geworden - so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr. Dies berichtet das Internationale Rote Kreuz in seinem "World Desaster Report 2005", der jetzt in Genf vorgestellt wurde. Der Bericht stellt die Bedeutung von Frühwarnsystemen heraus, die viele Menschenleben retten könnten.

Der Bericht konzentriert sich auf das Thema der Information vor und über Katastrophen und kommt zu dem Schluss, dass eine bessere Katastrophenvorsorge viele und genaue, rechtzeitig bereitgestellte Informationen viele Leben retten könnte. Ohne die rund 225.000 Opfer des Tsunami vom 26. Dezember hätte es 2004 aber lediglich rund 25.000 Tote infolge Naturkatastrophen gegeben, betont die International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC).

Frühwarnsysteme seien die beste Lösung, um Leben zu retten, sagte IFRC-Präsident Juan Manuel Su?rez del Toro. In der Karibik hätten die meisten Länder durch rechtzeitige Informationen ihre Bevölkerung während der Hurrikan-Saison 2004 erfolgreich schützen können. Die Menschen, nicht allein die Technologie, müssten aber im Mittelpunkt der Warnsysteme stehen.

Kubas Katastrophenmanagement wird in dem Bericht besonders gelobt. Obwohl der Hurrikan "Charly" im Westen der Insel 70.000 Häuser zerstörte, seien mit vier Toten wesentlich weniger Opfer zu beklagen gewesen als in anderen Karibibländern. Die sozialistische Regierung hatte eine Zwangsevakuierung für zwei Millionen Menschen angeordnet und öffentliche Transportmittel bereitsgestellt.

IFRC-Generalsekretär Markku Niskala wies auf "chronische Krisen" hin, die - abseits des Medieninteresses - zahlreiche Menschenleben kosteten. Allein die Ernährungskrise im Sahel habe neun Millionen Menschen an den Rand des Hungertodes gebracht,

Das schlimmste Katastrophenjahr seit Beginn der Aufzeichnungen war laut IFRC 1970, als eine halbe Million Menschen durch Naturkatastrophen umkamen. Allein die Flutkatastrophe in Bangladesch hatte Hunderttausende Menschenleben gekostet. 1976 tötete ein Erdbeben in China rund 240.000 Menschen.

? IFRC


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